| Auch die Mainzer verstehen, wie man Karneval, Fasching oder wie man bei
ihnen sagt, Fastnacht, feiert. Der bedeutendste Tag der Mainzer
Fastnacht, oder Meenzer Fassenacht, wie sie noch genannt wird, ist der
Rosenmontag, an dem ein 7 km langer Umzug stattfindet. Die Mainzer
mögen politischen Spot, dass sieht man auch an ihren
Fastnachtskostümen, die noch sehr den Uniformen der Österreicher,
Preußen und Franzosen ähneln. Zudem gibt es die „Schwellköpp“
(geschwollene Köpfe), die satirisch Mainzer Charaktere zeigen. Sie
tragen riesengroße Pappmachèköpfe und tauchen zur Aufheiterung zwischen
den Umzugsgruppen auf. Die Mainzer Stadt besitzt eine eigene
Fastnachtsflagge, die ebenso politische Hintergründe hat, da diese von
der französischen Flagge abgeleitet wurde. Um die Verspottung der
Besatzung gegenüber zu verstecken, wurden die Farben einfach umgedreht
und die Farbe der katholischen Kirchenflagge, goldgelb, hinzugefügt.
Dies kommt daher, da zu dieser Zeit die meisten Bewohner von Mainz
Katholiken waren. Zudem haben die Mainzer zwei sogenannte
„Maskottchen“, den Bajazz mit der Laterne und den Till Eulenspiegel.
Bajazz überzeugt durch sein respektloses Auftreten, denn man gewährte
ihm dadurch immer Einlass zur Mainzer Fastnacht. Till Eulenspiegel
erinnert dagegen eher an den mittelalterlichen Brauchtum. Diese beiden
sind auch auf dem Fastnachtsbrunnen am Schillerplatz zu bewundern. In
Mainz finden ebenso Prunksitzungen statt, in denen ihr politischer Spot
nicht zu kurz kommt, diese werden jährlich im Fernsehen ausgestrahlt
und erfreuen sich großer Beliebtheit. |